IV und AHV unterstützen Personen mit besonderen Bedürfnissen

18. Juni 2020

Die Rentenleistungen der AHV und IV, welche aufgrund der Erwerbseinkommen und der Beitragsjahre berechnet werden, sind allgemein bekannt. Beide Versicherungen bezahlen aber noch weitere Leistungen für besondere Bedürfnisse.

Wer bei den alltäglichen Lebensverrichtungen (ankleiden, Körperpflege, essen, aufstehen, absitzen, usw.) dauernd auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, dauernder Pflege oder persönlicher Überwachung bedarf, hat Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der IV oder AHV. Dabei gibt es 3 Grade, je mehr Hilfe die Person benötigt, desto höher ist der Beitrag (237.- bis 948.- Fr./Monat). Der Beitrag im ersten Grad entfällt, wenn die Person im AHV-Alter in ein Heim kommt. Im IV-Alter (bis 64 bzw. 65 Jahre) wird diese mit reduziertem Betrag weiterausgerichtet. Lebt die Person, die eine Hilflosenentschädigung bezieht, zu Hause, kann sie auch noch einen Assistenzbeitrag (nur IV) erhalten. 

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Der Assistenzbeitrag ermöglicht es, eine Person einzustellen, welche die erforderlichen Hilfeleistungen erbringt. Mit dem Assistenzbeitrag soll in erster Linie die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gefördert werden, damit die betroffenen Personen zu Hause leben können. Die Assistenzperson darf mit der versicherten Person weder in direkter Linie verwandt oder verheiratet sein, noch in eingetragener Partnerschaft leben oder eine faktische Lebensgemeinschaft führen. Der Assistenzbeitrag wird aufgrund des regelmässigen zeitlichen Hilfebedarfs der versicherten Person festgelegt.

AHV und IV richten auch Beiträge für Hilfsmittel aus. Im IV-Fall können in diesem Rahmen sogar Beiträge an bauliche Massnahmen geleistet werden, z. B. im Badezimmer oder bei Stalleinrichtungen. Es gibt einen breiten Katalog von Hilfsmitteln, welche die IV bezahlt. Die AHV bezahlt in der Regel 75 % der Nettokosten beim Kauf von bestimmten Hilfsmitteln wie Rollstühle, Perücken, orthopädische Schuhe oder Lupenbrillen. Ausserdem gibt es Pauschalbeiträge an den Kauf von Hörgeräten. Die IV ist dabei grosszügiger als die AHV. Ab einem Hörverlust von 20 % bezahlt die IV, die AHV erst ab 35 % Hörverlust. Auch die Höhe des Beitrags ist bei der IV höher. Voraussetzung für die Auszahlung ist eine fachärztliche Untersuchung und die Kaufrechnung.

Anträge für diese Leistungen müssen bei der IV-Stelle des Kantons Freiburg, Impasse de la Colline 1, 1762 Givisiez eingereicht werden, Tel. 026 305 52 37.
Formulare findet man dazu auf www.caisseavsfr.ch/de (AHV unter „Private/Leistungen der AHV“)

Eva Flückiger