Finanzierungska­paz­ität eines land­wirt. Betriebes

24. April 2020

Der Mit­telfluss Betrieb vor Pri­vat und Zin­sen eignet sich als Kenn­zahl, um zu beurteilen, ob ein Land­wirtschafts­be­trieb genü­gend Mit­tel zur Ver­fü­gung hat, um nötige Investi­tio­nen für die Zukunft selbst zu finanzieren.

Er zeigt, ob die flüs­si­gen Mit­tel aus der land­wirtschaftlichen Aktiv­ität aus­re­ichen um den Pri­vatver­brauch, die Investi­tio­nen (Erneuerung des Maschi­nen­parkes) und der Finanzierung, speziell die Tilgun­gen und die Schuldzin­sen, zu decken. Basierend auf einer Stich­probe aus 399 land­wirtschaftlichen Betrieben im Kan­ton Freiburg haben wir fol­gende Zahlen aufbereitet:

Um den Ein­fluss von sehr hohen und sehr tiefen Werten auf die Ergeb­nisse zu ver­mei­den wurde der Median-​Wert gewählt. Zur Erin­nerung, der Median zeigt den Wert des Betriebes der sich genau in der Mitte der Stich­probe befindet wenn man sich die Betriebe sortiert in einer lan­gen Liste vorstellt.

Der Median der ganzen Stich­probe beträgt CHF 82‘026, das bedeutet das 50 % der Betriebe einen tief­eren und 50 % der Betriebe einen höheren Wert aufweisen. Nur die Besten 25 % der Betriebe weisen einen Mit­telfluss von über CHF 132‘077 aus, die restlichen 75 % liegen darunter. Auf vie­len Betrieben reicht der Mit­telfluss aus dem Betrieb häu­fig nicht aus, um sich langfristig weiter zu entwick­eln. Daher sind viele auf einen Neben­er­werb angewiesen, um den Pri­vatver­brauch, die Schulden­til­gung und –verzin­sung sowie alle anfal­l­en­den Investi­tio­nen zu finanzieren.

Bei der Betra­ch­tung der Analyse vom Mit­telfluss Betrieb vor Pri­vat und Zin­sen pro Hek­tare wur­den grosse Unter­schiede zwis­chen dem unteren und dem oberen Quar­til sicht­bar. Dabei wurde aber kein Zusam­men­hang mit der Grösse der Betriebe (nach ha LN) festgestellt.

Benoît Castella