Gehölze ausser­halb d. Waldareals

17. April 2020

Im kan­tonalen Gesetz über den Natur– und Land­schaftss­chutz (NatG), inkraft­ge­treten am 1. Jan­uar 2014, wird der Schutz der Gehölze ausser­halb des Wal­dare­als inner­halb und ausser­halb der Bau­zone geregelt.

Der Begriff Gehölze ausser­halb des Wal­dare­als (GaWa) bezieht sich auf Hecken, Feldge­hölze, Wald­streifen, Baum­rei­hen oder grosse Einzel­bäume, welche gemäss der Forstge­set­zge­bung nicht als „Wald“ beze­ich­net wer­den. Gemäss dem NatG sind GaWa in der Land­wirtschaft­szone geschützt, wenn sie stan­dort­gerecht sind und einen land­schaftlichen oder ökol­o­gis­chen Wert aufweisen. Der Schutz bezieht sich auf ein­heimis­che Arten, welche auf natür­liche Weise gewach­sen sind oder die Land­schaft struk­turi­eren. Inner­halb der Bau­zone muss die Gemeinde selbst die zu schützen­den GaWa bes­tim­men und diese im Zonen­nutzungs­plan (ZNP) ein­tra­gen. Ein Artikel im Gemein­de­bau­re­gle­ment (GBR) präzisiert die Mass­nah­men zum Schutz aller GaWa.

© David Vig

Jedes Bau­vorhaben muss so geplant wer­den, dass die Beein­träch­ti­gung von geschützten GaWa ver­hin­dert wird. Falls dies trotz aller Bemühun­gen nicht möglich ist und ein GaWa gefällt wer­den muss oder der Min­destab­stand nicht einge­hal­ten wer­den kann, muss vorgängig ein Gesuch zur Aus­nahme von den Schutzbes­tim­mungen (Art. 20 des NatG) gestellt wer­den. Konkret muss also vor einer Beein­träch­ti­gung eines geschützten GaWa (bspw. Ent­fer­nung eines geschützten Baumes) der Gesuchsteller/​Besitzer eine Bewil­li­gung bei der Gemeinde beantra­gen. For­mu­lare für solche Gesuche sind auf der Inter­net­seite des Amtes für Natur und Land­schaft ver­füg­bar. Amt für Natur und Landschaft

Jede Beein­träch­ti­gung eines geschützten GaWa bed­ingt eine Kom­pen­sa­tion­s­mass­nahme, welche im Fäl­lungs­ge­such definiert wer­den muss. Diese Mass­nahme muss der Beein­träch­ti­gung entsprechen und den Wert des betrof­fe­nen GaWa (Art und Grösse des Baumes) sowie den Grund für die Beein­träch­ti­gung (Sicher­heits­gründe, Krankheit oder Bauge­such) berück­sichti­gen. In erster Linie besteht eine Ersatz­mass­nahme aus einer Neupflanzung einer ein­heimis­chen Art. Falls dies bei Aus­nah­me­fällen nicht möglich sein sollte, kann ein finanzieller Ersatz an die Gemeinde geleis­tet wer­den. Die Gemeinde nutzt diese Mit­tel für Pro­jekte zu Gun­sten der Natur auf ihrem Gemein­dege­biet. Die Gemeinde nimmt Stel­lung zu den Fäl­lungs­ge­suchen und den darin enthal­te­nen Ersatz­mass­nah­men, unter Anwen­dung des NatG. Nach­dem die Bewil­li­gung erteilt wurde, kön­nen die Arbeiten durchge­führt und muss die Ersatz­mass­nahme in einem vernün­fti­gen Zeitrah­men umge­setzt werden.

Im Falle von Unter­halt­sar­beiten an GaWa, wie dem Zurückschnei­den eines Baumes oder einer Hecke, muss keine Bewil­li­gung beantragt wer­den. Falls die Unter­halt­sar­beiten jedoch einen schw­er­wiegen­den Ein­griff darstellen, welcher möglicher­weise zur Zer­störung des GaWa führt (bspw. radikaler Schnitt einer Hecke), muss trotz­dem eine Bewil­li­gung einge­holt werden.

Bei Fra­gen zu dieser The­matik zögern Sie nicht sich beim Amt für Natur und Land­schaft des Kan­tons Freiburg (026 305 51 86, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zu melden.