Wei­de­be­ginn, eine entschei­dende Etappe

17. April 2020

Ein früher Wei­de­be­ginn fördert die Bestock­ung der Gräser, bremst die Entwick­lung von Hah­nen­fuss und ermöglicht einen san­ften Über­gang von der Win­ter– zur Som­mer­füt­terung. Zudem kann der Fut­ter­berg im Mai gemildert wer­den. Damit der Wei­destart gut gelingt, sind einige Punkte zu beachten.

Sobald die Fut­ter­flächen langsam grün wer­den, sollte wenn möglich die gesamte Wei­de­fläche ein­mal kurz über­wei­det wer­den. Der Boden muss dabei abgetrock­net sein, um Boden­verdich­tun­gen und Trittschä­den der noch jun­gen Veg­e­ta­tion zu ver­mei­den. Es ist vorteil­haft, wenn die Wei­dedauer in den ersten Tagen auf wenige Stun­den begrenzt ist, damit die Kühe nicht zu viel auf ein­mal fressen. Im ersten Aufwuchs ist der Mag­ne­siumge­halt des Wei­de­fut­ters tiefer als im Som­mer. Wird die Min­era­lergänzung nicht angepasst, besteht das Risiko von Weidetetanie.

© Thomas Q

Sobald das Graswach­s­tum im April stark zunimmt, ist der Wei­d­e­druck zu erhöhen. Die Wei­de­fläche wird soweit reduziert, damit beim Ver­lassen der Kop­pel die Grashöhe bei 6 bis 7 cm liegt. Ist der Wei­d­e­druck im Früh­ling zu ger­ing, sind Wei­der­este während der gesamten Wei­de­sai­son vor­pro­gram­miert, was unnötige Kosten für das Mähen verur­sacht. Bei Umtrieb­swei­den rech­net man mit einem Fut­ter­verzehr von 1 Are pro Kuh und Tag (Voll­weide). Auch bei Kurzrasen­weide ist das Man­age­ment im Früh­ling mit entschei­dend über die gesamte Wei­de­sai­son. Die durch­schnit­tliche Grashöhe bis Mitte Mai sollte 6 bis 7 cm nicht über­schre­iten. Das entspricht einem Flächenbe­darf von 18 bis 20 Aren pro Kuh.

Stefan Dubach