Mit der Gründüngung die nächste Kultur fördern

18. Juni 2020

Mit der Getreideernte rückt auch die Frage der Zwischenbegrünung näher. Sofern keine Herbstsaat folgt, ist sie gemäss ÖLN Pflicht. Eine gut gewählte Gründüngung bietet in vielen Fällen deutliche Vorteile:

  • Nach Erbsen oder Kartoffeln schützt ein Gründünger mit Gräsern oder Kreuzblütlern den übrigen Stickstoff vor der Auswaschung und stellt ihn der Folgekultur zur Verfügung.
  • Sofort nach der Ernte gesät, trägt eine Gründüngung dazu bei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und allfällig aufkommendes Unkraut zwischen den Kulturen zu unterdrücken.
  • Leguminosen fixieren Luftstickstoff, welcher für die Folgekultur zur Verfügung steht.
  • Die Wurzelausscheidungen regen das Bodenleben an und insbesondere Mykorrhizapilze mobilisieren Phosphor, wodurch die Nährstoffverfügbarkeit im Boden verbessert wird. Dieser Effekt ist besonders bei Gräsern und Leguminosen zu beobachten.
  • Die Bodenbedeckung schützt vor Verschlämmung und Erosion.
  • Eintrag von organischer Substanz und Erhalt des Humusgehaltes im Boden, insbesondere mit Gräsern.

© Grangeneuve

Wem es also um mehr geht als eine blosse Bodenbedeckung kommt um eine gezielte Wahl der Gründüngung und eine sorgfältige Saat nicht herum. Eine rasche üppige Bodenbedeckung mit guter Unkrautunterdrückung wird häufig nur mit Saaten vor dem 15. August erreicht. Die Wahl der Arten ist stark von der Fruchtfolge und der Folgekultur abhängig:

  • Für Frühsaaten wie Erbsen und Ackerbohnen sind abfrierende Arten bestens geeignet, wogegen bei Spätsaaten wie Mais mindestens eine Komponente überwinternd sein sollte.
  • Leguminosen und Kreuzblütler können in der Fruchtfolge heikel sein, aber mineralisieren rasch, stellen der Folgekultur die Nährstoffe rasch zur Verfügung und das Stroh stört wenig bei der nächsten Saat.
  • Gräser (z.B. Hafer und Roggen) oder Sonnenblumen bieten eine langsamere Mineralisierung und haben dadurch einen besseren Mulch- und Humuseffekt.
  • Die fruchtfolgeneutralen Gründüngerpflanzen Phazelia und Niger/Ramtillkraut bedecken den Boden rasch und werden durch Walzen oder Frost leicht vernichtet. Die Wirkung auf den Humus und das Bodenleben ist jedoch begrenzt.

Die meisten Saatgutfirmen bieten bedarfsgerechte Mischungen an und auch das Zusammenstellen der eigenen Mischung ist möglich. Die Landwirtschaftliche Beratung und Ihre Händler geben Ihnen gerne weitere Informationen.

Adrian von Niederhäusern