Mais-Bohnen- oder Mais-Soja-Mischkultur: Eine vermeintlich gute Idee

Es klingt verlockend, den Proteingehalt von Mais durch den kombinierten Anbau mit Leguminosen zu verbessern. Um mehr darüber zu erfahren, hat Grangeneuve während drei Jahren Versuche auf mehreren Betrieben durchgeführt. Zum Vergleich wurde jeweils Mais in Reinkultur angebaut.

Die Mischkultur weist bei der Saat eine Schwierigkeit auf: Die Korngrösse sollte etwa gleich gross gewählt werden, damit sie gleichzeitig ausgebracht werden können und eine zweite Saat vermieden werden kann. Soja oder Bohnen aus der Gattung der Helmbohnen sind am besten dafür geeignet. Da es keine effizienten Herbizide gibt, welche das ganze Spektrum abdecken, kann die Unkrautbekämpfung einen weiteren Knackpunkt darstellen. Die mechanische Unkrautbekämpfung führt dann zu einem besseren Ergebnis. Während der Wachstumsphase rankt sich die Stangenbohne an den Maispflanzen hoch und die Sojabohne bahnt sich einen Weg zwischen den Stängeln, was ein schönes Bild ergibt.

Bei der Ernte werden zahlreiche Maisgebisse Mühe haben, Mischkulturen mit Stangenbohnen, welche sich um die Maisstängel winden, zu ernten, insbesondere bei hoher Dichte der Stangenbohnen. Eine reihenunabhängige Erntemaschine wird daher empfohlen. Bei Soja ergeben sich keine solchen Probleme, ausser dass möglichst bodeneben geerntet werden sollte, um die untersten Schoten nicht zu verlieren.

© Grangeneuve

Die Erträge der Mischkulturen lagen etwa 5% tiefer als bei den reinen Maiskulturen. Bei hoher Saatdichte der Bohnen lag der Ertragsverlust über 10%. Der negative Druck, den eine Bohne auf eine Hochleistungspflanze wie Mais ausüben kann ist deutlich zu erkennen.

Bezüglich Qualität hat die Mischkultur mit Soja einen Anstieg von 49 auf 55 g APDN und von 71 auf 73 g APDE/kg TS gegenüber dem Mais der Referenzkultur ermöglicht. Dieser Proteingewinn hat kaum einen Einfluss auf die Milchproduktion. Hingegen hat die Mischkultur den Energiegehalt negativ beeinflusst (-0.1 MJ NEL; -8% Stärke).

Bei der Ernte müssen die 32 - 35 % TS-Gehalt des Mais eingehalten werden, ohne dabei den Reifegrad der Leguminose aus dem Auge zu verlieren, welche bereits gut ausgeprägte Körner und noch alle Blätter haben sollte.

Fazit: Die paar Gramm Eiweiss, die hinzugewonnen werden aber keinen relevanten Einfluss auf die Nährstoffversorgung haben, reichen nicht aus, um die technischen Erschwernisse bei Saat und Ernte, die höheren Kosten und die tieferen Erträge aufzufangen. Im Bio-Anbau kann das Fazit leicht anders ausfallen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Verantwortlicher für den Sektor "Grundlagen des Pflanzenbaus"