Der neue Beitrag für die schonende Bodenbearbeitung: Ein einziger Beitrag von Fr. 250.- pro ha und Jahr unabhängig von der gewählten Technik

31. Oktober 2022
Für 2023 erhöht der Bund seine Anforderungen, um die konservierende Landwirtschaft zu unterstützen und das Erosionsrisiko und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.

Mit dem Klimawandel kommen starke Gewitter immer häufiger vor und damit gewinnen auch die Ereignisse von Oberflächenabfluss und Erosion an Bedeutung. Mit einfachen Mitteln kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden: Die Grösse der Parzelle reduzieren, die Bearbeitungsrichtung anpassen, Grünstreifen ansäen, organische Substanz aufbauen oder aufkalken.

Den Boden weniger zu bearbeiten ist eine der Massnahmen, welche am besten gegen die Erosion wirkt. Weniger Bodenbearbeitung regt das Bodenleben an und verbessert die Bodenstruktur. Gemäss einer Studie über 10 Jahre auf Schweizer Böden (Prashun, 2012), konnte die Erosionsrate auf Direktsaatflächen im Durchschnitt um 86 % reduziert werden.

Ab Ernte der Hauptkultur 2022, führt der Bund zwei neue Massnahmen zur Unterstützung der konservierenden Landwirtschaft ein.

Streifensaat von Raps.                                                                           © D. Flury

Mit der ersten Massnahme soll eine angemessene Bodenbedeckung erreicht werden, wenn der Abstand zwischen zwei Hauptkulturen mehr als 7 Wochen beträgt. Um am Programm für schonende Bodenbearbeitung teilzunehmen, muss man unbedingt die angemessene Bodenbedeckung erfüllen. Bezüglich der schonenden Bodenbearbeitung gibt es gesteigerte Anforderungen gegenüber der seit 2014 geltenden Massnahmen. Nun muss man sich für mindestens vier Jahre verpflichten und die schonende Bodenbearbeitung auf mindestens 60 % der offenen Ackerfläche umsetzen.

Der neue Beitrag ist Fr. 250.- pro ha, egal ob man Direktsaat, Streifensaat oder Mulchsaat wählt.

Das gilt es zu wissen:

  • Teilnahme am Programm für angemessene Bodenbedeckung für sämtliche offene Ackerfläche
  • Mindestdauer 4 Jahre
  • Drei Anbautechniken möglich: Direktsaat, Streifen(fräs)saat, Mulchsaat
  • Auf mindestens 60 % der offenen Ackerfläche müssen die Massnahmen für schonende Bodenbearbeitung eingehalten werden (Achtung: Sobald mehr als 40 % gepflügt wird, gibt es keinerlei Beiträge!)
  • Max. 1,5 kg Glyphosat pro Hektare
  • Folgende Flächen zählen nicht: Kunstwiesen in Mulchsaat, Zwischenkulturen, Weizen oder Triticale nach Mais.
  • Beitrag Fr. 250.- / ha bei allen gewählten Massnahmen.

Ab Anfang 2023 muss zudem ein Punkt zur Abdrift und Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln erfüllt werden. Dies gilt für alle Flächen mit mehr als 2 % Gefälle oberhalb von Gewässern oder entwässerten Strassen und Wegen. Ein Punkt wird durch reduzierte Bodenbearbeitung (Direktsaat, Streifensaat oder Mulchsaat) oder durch das Anlegen von Grasstreifen erfüllt. Ein Grasstreifen kann somit den Schutz vor Erosion und vor Abschwemmung von Pflanzenschutzmittel erfüllen. Die Massnahme wird durch den kantonalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel mit Fr. 2.- pro Laufmeter des mindestens 3 m breiten Grasstreifens unterstützt (siehe Agridea-Merkblatt: Reduktion der Drift und Abschwemmung im Acker- und Gemüsebau).

Hinweis : Der Schälpflug ist für die schonende Bodenbearbeitung anrechenbar, wenn die Bearbeitung nur 10 cm tief erfolgt und auf Herbizide verzichtet wird!

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