Trockenstellen: Entwicklung einer Strategie im Projekt ReLait

Das Projekt ReLait hat das Ziel den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren. Dies wird unter anderem erreicht mit Milchanalysen vor dem Stilllegen bei Kühen, die Zellzahlen über 150'000 bei den letzten drei Kontrollen aufweisen. Zudem wird bei allen Kühen 10 Tage vor dem geplanten Trockenstelltermin ein Schalm-Test durchgeführt. Bei einem positiven Testergebnis wird eine Milchanalyse durchgeführt. Die Trockenstellung der kranken Kühe erfolgt je nach Analyseergebnis mit einem entsprechenden Antibiotikum.

Die am Projekt ReLait teilnehmenden Produzenten können bei Interesse zudem eine Variante aus drei möglichen Varianten für die Trockenstellung der gesunden Kühe auswählen und zwar wie folgt:

  • ohne Zitzenversiegler, ohne Antibiotika; oder
  • mit Zitzenversiegler, ohne Antibiotika; oder
  • mit Zitzenversiegler, ohne Antibiotika (bei gesunden Kühen) und zusätzlich ein Antibiogramm bei Proben die «andere Staphylokokken» aufweisen; eine Konsultation mit dem Tierarzt wird angefordert bei Tieren mit einer Anamnese von Staphylokokkus aureus, Streptokokkus agalactiae und Streptokokkus Uberis.

© Waldemar Brandt

Diese Varianten wurden aufgrund der Erkenntnisse entwickelt, die mit den Landwirten der ersten Phase des ReLait-Projekts gesammelt wurden. Es wurde festgestellt, dass mit bestimmten Parametern wie dem Anstieg der Sommertemperaturen oder dem vermehrten Auftreten von Fliegen das Risiko einer Mastitis zunimmt. Daher müssen vor dem Trockenstellen der Kühe während der Sommerperiode mehr Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, auch wenn die Eutergesundheit während der gesamten Laktation in Ordnung war. Es kann ein externer Obturator appliziert werden (Bildung einer zweiten Schutzhaut an den Zitzen) und bei Kontaminationsproblemen mit Kot oder Fliegen während der Weidezeit ist es möglich, die Strategie in den empfindlichsten Wochen auszusetzen.

Ein zentraler Punkt, der sich ebenfalls als wichtig für eine erfolgreiche antibiotikafreie Trockenstellung erwiesen hat, ist die Bedeutung von weichen und leeren Eutern zum Zeitpunkt der Trockenstellung. Die Produktion der Kuh sollte zu diesem Zeitpunkt so niedrig wie möglich sein (weniger als 15 kg Milch pro Tag). Um dies zu erreichen, kann die Ration vor dem Trockenstellen angepasst werden oder es können Ergänzungsmittel eingesetzt werden, um die Produktion zu reduzieren. Es wird auch empfohlen, die Ruhezeit zwischen dem Kalben und der ersten Besamung entsprechend der erwarteten Milchleistung anzupassen (je höher das Produktionspotenzial ist, desto länger sollte mit der Besamung gewartet werden).

Um die Wirksamkeit der verschiedenen Trockenstellmethoden, die in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt werden, bewerten zu können, wurde eine Auswertung entwickelt.

Sie verknüpft die Trockenstelltechniken mit der Anzahl der Zellen bei der ersten Kontrolle (Abb. 1). Im Allgemeinen wurde festgestellt, dass die Trockenstellung ohne Antibiotika bei der ersten Kontrolle keine grösseren Zellvermehrungen verursachte als andere Behandlungsarten. Dies war der Fall, wenn die oben genannten Bedingungen erfüllt waren.

Resultate der verschiedenen Trockenstell-Methoden. Die Behandlungen Orbeseal und Noroseal enthalten keine Antibiotika, nur Zitzenversiegelung. Diese beiden Behandlungen werden von den Projekt-Betrieben häufig gewählt, dennoch sind die Zellzahlen nicht höher nach diesen Behandlungen.

 

Team ReLait

Abbildung 1