Aktuelle BVD-Situation im Kanton Freiburg

25. Mai 2021
Dank den Bemühungen der Landwirte und ihrer Tierärzte ist das Auftreten der Krankheit seit dem Höchststand von 2017-2018 zurückgegangen. Allerdings wurde in den letzten Monaten wieder ein Anstieg der Fälle beobachtet. Dies zeigt, dass weiterhin die Notwendigkeit besteht, aufmerksam zu sein und die Hygienemassnahmen zu beachten. 

Entwicklung der Anzahl Betriebe unter Kontrollmassnahmen im Kanton Freiburg
Die ergriffenen Hygienemassnahmen haben alle das gleiche Ziel: Den Kon-takt des Virus mit gesunden Tieren zu vermeiden, um Neuinfektionen zu verhindern. Das Virus kann von einem Tier auf ein anderes (direkter Kon-takt) oder über die Umwelt (indirekter Kontakt) übertragen werden.

© Grangeneuve

Um den direkten Kontakt zu vermeiden, muss man:

• Wissen, welche Tiere das Virus in sich tragen -> Die Betriebe, für welche die Massnahmen gelten, sind verpflichtet, alle Neugeborenen untersuchen zu lassen.

Es ist aber durchaus möglich, dass die anderen Betriebe entscheiden, ihre Neugeborenen vorbeugend zu untersuchen (dank der Unterstützung von Sanima gibt es einen Vorzugstarif für die Analysen). Aus-serdem sollte im Zweifelsfall ein krankes oder schwächliches Tier, wel-ches auf einem Betrieb ankommt, untersucht werden.

• Die Sperrmassnahmen strikt einhalten; Stiere aus Betrieben, die den Kontrollmassnahmen unterliegen, dürfen nicht im Natursprung eingesetzt werden.

• In Betrieben mit Sperre den Kontakt zwischen bestimmten Tierkategorien so weit wie möglich verhindern (Kälber mit trächtigen Tieren, frisch abgekalbte Kühe mit anderen Kühen). Auch sollte der Kontakt der Rinder mit Herden anderer Betriebe auf den Weideflächen vermieden werden.

• Tierbewegungen verfolgen, um mögliche Infektionsketten aufzuspüren -> Alle Betriebe müssen Tierbewegungen ausnahmslos der Tierverkehrsda-tenbank melden.

Wie kann der indirekte Kontakt vermieden werden?

Es gibt keine umfassende Liste von Hygienemassnahmen, die verhindern, dass sich das Virus in der Umwelt ausbreitet und neue Tiere infiziert. Alle Hygienemassnahmen sind wichtig, insbesondere in der Nähe von Kälbern, die möglicherweise permanent infiziert sind (PI) und von Tieren in den ersten sechs Monaten der Trächtigkeit. Zu ergreifende Hygienemassnahmen:

• Achten Sie auf gute Hygiene beim Abkalben, waschen Sie sich die Hände und Stiefel, wechseln Sie die Kleidung nach der Geburtshilfe und die Einstreu in der Abkalbebox. Isolieren Sie die Abkalbebox, damit andere Tiere nicht in Kontakt kommen, wenn der Betrieb gefährdet ist.

• Um die Stiefel nach dem Waschen mit Wasser zu desinfizieren, nehmen Sie ein Fussbad (mit Javel-Wasser).

• Für externe Besucher, die direkten Kontakt mit den Tieren haben könn-ten, müssen Plastiküberziehstiefel und Einweganzüge oder betriebseigene Kleider zur Verfügung stehen.

• Achten Sie bei Tiertransporten darauf, dass Sie einen sauberen und desinfizierten Viehtransporter verwenden und verlangen Sie dies auch von Ih-ren Transporteuren. Es hat einen Fall von Virusübertragung zwischen Be-trieben gegeben, die denselben Viehtransporter ohne Waschen verwendet haben.

• Verwenden Sie keine Halfter unbekannter Herkunft oder stellen Sie si-cher, dass diese desinfiziert wurden.

Auch wenn einige Massnahmen für die Umsetzung schwierig erscheinen, muss man immer die Notwendigkeit im Auge behalten, die Übertragung des Virus zum Wohle der eigenen Herde und des Betriebes zu verhindern.


Kontakte für weitere Informationen:
  • Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (LSVW): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Nutztierversicherungsanstalt Sanima: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Landwirtschaftliches Beratungszentrum: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Jean-Charles Philipona in Zusammenarbeit mit dem LSVW und Sanima