Aktueller Stand der Tierseuchen
Vier hochansteckende Tierseuchen – Maul- und Klauenseuche, Lumpy-Skin-Krankheit (Dermatitis nodularis), Vogelgrippe und Afrikanische Schweinepest – betreffen oder bedrohen die Schweiz.
Die Vogelgrippe wurde bei uns diesen Winter diagnostiziert, weshalb die Präventionsmassnahmen auf die ganze Schweiz ausgedehnt wurden (Stallpflicht für Hausgeflügel in Betrieben mit mehr als 50 Tieren). Diese Massnahmen gelten bis zum 31. März 2026 (Stand: 28. Januar 2026).
Die Afrikanische Schweinepest bedroht uns aus Italien, Deutschland und Spanien. Es wurden vorbeugende Massnahmen getroffen, um die Schweiz im Falle eines Ausbruchs dieser Krankheit in Kompartimente zu unterteilen. Die Krankheit kann durch Wildschweine oder durch viruskontaminierte Lebensmittelabfälle, die von Wildschweinen oder Schweinen gefressen werden, übertragen werden.
Quelle: BLV Dashboard
Die Maul- und Klauenseuche hat 2025 Deutschland, Ungarn und die Slowakei heimgesucht, was uns daran erinnert, dass das Risiko einer Einschleppung dieser Krankheit in die Schweiz ständig besteht. Das Virus wird durch befallene Tiere
(alle Paarhufer), aber auch durch Waren (Futter, Stroh usw.), Fahrzeuge, Kleidung usw. übertragen. Das Virus kann durch den Wind über große Entfernungen verbreitet werden.
Die Lumpy-Skin-Krankheit (Dermatitis nodularis) hat Gebiete in Frankreich, die ganz in unserer Nähe liegen (Jura, Haute-Savoie), schwer getroffen. Der letzte Fall trat am 3. Januar 2026 in Ariège auf (Stand: 24.01.26).
Sollte die LSD die Schweiz befallen, wären die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sehr schwerwiegend: Schlachtung der befallenen Tiere, Rückgang der Erträge der betroffenen Herden und Stopp der Exporte für alle Rohmilchkäse.
Das Impfgebiet führt zu Einschränkungen im Tierverkehr (Verbot von Transporten, Ausstellungen, Viehmärkten usw.), zusätzlichen Kosten bei der Schlachtung, da tierische Nebenprodukte sicher entsorgt werden müssen, und Ausfuhrverboten für Milchprodukte, Samen und Embryonen in rund 50 Länder.
Da diese Krankheit durch Insekten (Stechfliegen, Bremsen und Hornfliegen) übertragen wird, ist die Reduzierung der Insektenpopulationen von entscheidender Bedeutung.
Auf seiner Website veröffentlicht das Bundesamt für Veterinärwesen (BLV) Empfehlungen zu diesem Thema.
Auch andere Tierseuchen bedrohen uns, wie beispielsweise die Blauzungenkrankheit, die in der Schweiz endemisch ist. Die beste Vorbeugung gegen diese Krankheit ist die Impfung, die zwar nicht obligatorisch ist, aber von allen Akteuren der Branche dringend empfohlen wird. Rinder und Schafe sollten gegen die Serotypen BTV-3, BTV-4 und BTV-8 geimpft werden. Das Bundesparlament hat einen Kredit für die Rückerstattung der 2026 durchgeführten Impfungen bewilligt.
Angesichts dieser angespannten Situation im Bereich der Tierseuchen empfehlen wir Ihnen, Massnahmen zum bestmöglichen Schutz Ihrer Herde zu ergreifen, d. h.:
- Impfung gegen die Blauzungenkrankheit
- Kontrolle des Gesundheitszustands Ihrer Tiere
- Nur gesunde Tiere aus BVD-freien Betrieben in Ihren Betrieb/Ihre Sömmerung aufnehmen
- Halten Sie Ihre TVD auf dem neuesten Stand
- Melden Sie alle verdächtigen klinischen Symptome Ihrem Tierarzt
Die Alpweide erhöht die Gesundheitsrisiken, weshalb eine verstärkte Überwachung und Disziplin unerlässlich sind.
Wir hoffen, dass sich die Tierseuchenlage nicht verschlechtert, und stehen Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung.
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